Nach der Entbindung brachte mein Mann unsere ältere Tochter mit, damit sie ihren kleinen Bruder kennenlernen konnte. Und als sie das Baby zum ersten Mal sah, sagte sie etwas, das meinen Mann und mich völlig schockierte…
Als ich erfuhr, dass wir einen Sohn bekommen würden, war mein erster Gedanke große Freude. Doch fast sofort dachte ich an meine Tochter, die kaum eineinhalb Jahre alt war.
Ich wusste sehr gut, dass ältere Kinder oft eifersüchtig auf jüngere Geschwister werden, und dass dies manchmal Spuren in ihrer kleinen, verletzlichen Psyche hinterlässt. Ich hatte Angst. Ich hatte Angst, dass sie sich unerwünscht, vergessen oder ersetzt fühlen würde.
Also sprach ich jeden Tag mit ihr, strich ihr über die Haare und sagte ihr, dass in meinem Bauch ein kleiner Bruder heranwächst, den sie lieben und beschützen müsse. Es schien, als verstehe sie es. Oder als tue sie zumindest so.
Wer weiß, was im Kopf eines achtzehn Monate alten Kindes vor sich geht? Doch nach der Geburt geschah etwas so Unerwartetes, dass ich diesen Moment nie vergessen werde.

Ich lag im Krankenhauszimmer, das Baby im Arm, als mein Mann mit unserer Tochter hereinkam, um ihr ihren Bruder vorzustellen. Meine Kleine blieb am Bett stehen und sah sehr, sehr lange auf das kleine Bündel, das in eine blaue Decke gewickelt war.
Sie dachte entweder über etwas nach, wählte ihre Worte oder versuchte einfach zu verstehen, warum dieses kleine runzlige Wesen den Platz in den Armen seiner Mutter eingenommen hatte.
Sie sah immer wieder zu mir, dann wieder zu ihrem Bruder, runzelte die Nase, blähte die Wangen, schaute streng… und plötzlich sagte sie etwas, das uns völlig überraschte. Mütter, wie war es bei euren Kindern? ☹️☹️☹️🤔
„Mama… warum hast du das getan? Ich dachte, du würdest mir einen großen Bruder geben. Aber er ist klein. Meine Puppen sind größer als er. Bring ihn zurück. Ich will einen großen Bruder. So wie Papa.“
Mein Mann wurde blass, dann rot, drehte sich um und hustete, um sein Lachen zu verbergen. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht laut loszulachen. Die Krankenschwester trat in eine Ecke und drückte ihr Gesicht gegen die Wand, sonst wäre sie einfach vor Lachen umgefallen.
Aber ein paar Minuten später kam meine Tochter, immer noch so, als wäre sie eine sehr ernste Erwachsene, leise näher. Sie berührte vorsichtig mit einem Finger die Decke, schaute ihren Bruder an und sagte fast flüsternd:
„Gut… gut. Er darf bei uns bleiben… ein bisschen. Und dann bringst du mir den Großen. Den Guten. Und diesen… werde ich kaputtmachen.“
Und innerhalb einer Stunde ließ sie niemanden mehr in seine Nähe, nicht einmal meinen Mann. Denn, wie sie sagte:
„Er gehört mir. Ich werde ihn selbst großziehen. Dann wird er groß.“ ☹️

