Es war nur noch eine Woche bis zur Hochzeit.
An diesem Abend luden sie den Bräutigam auf den Bauernhof ein. Der Schwiegervater grillte Fleisch, die Schwiegermutter schnitt Salat, und die Braut drehte sich neben ihrem zukünftigen Ehemann. Alles schien ein perfektes Familienidyll zu sein.
Später am Abend, leicht angetrunken, beugte sich der Schwiegervater zu seiner Frau und flüsterte:
– Weißt du … ich möchte immer noch eine Kamera in das Auto unseres Schwiegersohns einbauen. Nun ja … um sicherzugehen, dass unsere Tochter einen anständigen Mann heiratet.
Die Schwiegermutter verschluckte sich fast vor Empörung.
– Bist du verrückt?, flüsterte sie. – Wir kennen ihn seit fast zwei Jahren. Er ist ein guter, kluger Kerl. Das ist gemein.
– So etwas nicht, – der Schwiegervater winkte ab. – Sicher ist sicher. Wenn alles in Ordnung ist – nach der Hochzeit werden wir über meine Paranoia lachen.
Eine halbe Stunde später näherte er sich dem Bräutigam und gab vor, ins Auto schauen und sich „Ideen für sein zukünftiges Auto ausleihen“ zu wollen.

Schnell installierte er zwischen den Löchern im Armaturenbrett eine winzige Kamera. Sie war so klein, dass man sie kaum bemerkte.
Am nächsten Tag wachte der Schwiegervater auf und hatte seine „Spionage“ völlig vergessen. Nur die Worte seiner Frau erinnerten ihn daran:
– Na? Hast du nach deinem Schwiegersohn gesehen? Ist alles in Ordnung?
Er blinzelte.
– Stimmt! Ich hatte es total vergessen … Bring mir deinen Laptop. Lass uns mal sehen.
Als sie die erste Aufnahme öffneten, erstarrten sie. Was der Bräutigam tat und sagte … war beängstigender als jeder Verdacht. 😮😮😨☹️
Der Bräutigam fuhr von ihrem Anwesen weg, stieg ins Auto und startete den Motor. Alles schien normal … bis er zwanzig Minuten später in seine Straße einbog, in ein altes Industriegebiet, das die Einheimischen mieden.
Der Wagen hielt zwischen zwei verlassenen Lagerhallen. Eine Minute später fuhr ein anderes Auto ins Bild. Zwei Männer stiegen aus – offensichtlich keine Freunde, die mitfahren wollten.
Sie stiegen in den Wagen des Bräutigams. Die Kamera fing den Ton perfekt ein.
„Na“, grinste einer von ihnen, „hast du Geld dabei?“
Der Bräutigam schluckte nervös:
„Ja … fast alles. Den Rest zahle ich nach der Hochzeit.“
„Wie lange?“, fragte der Mitfahrer hinten und beugte sich vor. „Er schuldet uns schon seit acht Monaten Geld.“
Der Bräutigam erhob die Stimme:

„Ich hab’s euch doch gesagt! Nach der Hochzeit ändert sich alles. Ihre Eltern verdienen gut, sie haben ein Geschäft, ein Haus, einen Bauernhof. Hauptsache, wir feiern die Hochzeit, dann haben wir Geld.“
Er fuhr fort, ohne zu merken, dass ihm jemand zuhörte:
„Ich habe fast alle gebeten, etwas zur Feier beizutragen.“ Es wird eine beträchtliche Summe sein: Freunde, Kollegen, Eltern. Wenn meine Eltern auch noch etwas dazugeben, wäre das großartig.
Er lachte nervös:
— Ich gebe euch das ganze Geld von der Hochzeit.
Einer der Männer spottete:
— Und die Braut? Was wird sie sagen, wenn ihr das Geld einsammelt und es uns gebt?
Der Bräutigam schnaubte:
— Sie darf nichts erfahren. Ich werde ihr sagen, dass ich alles bezahlt habe, das Restaurant, die Musik, den Fotografen. Sie wird es glauben, sie wird nicht nachfragen.
Die Aufnahme endete.
Es herrschte bedrückende Stille im Raum.
Die Schwiegermutter brachte kaum hervor:
— Er… er heiratet unsere Tochter wegen des Geldes? Um mit den Banditen abzurechnen?
— Nein, — sagte der Schwiegervater leise. — Es ist vorbei. Ich werde nicht zulassen, dass unsere Tochter ihn heiratet. ☹️

