Der Ehemann war die ganze Nacht bei seiner Geliebten. Das junge Mädchen wohnte am Stadtrand, und der Weg zu ihrem Haus dauerte mehr als zwei Stunden, und wenn er in den Stau geriet — sogar ganze 3 Stunden. Aber er liebte diese Tage. Dort konnte er das Haus vergessen, seine Frau, die im Laufe der Jahre gealtert war und zugenommen hatte, die alltäglichen Probleme, Rechnungen, Vorwürfe und die ewigen Gespräche über „wir müssen reden“. Bei der Geliebten war alles anders — Lachen, Leichtigkeit, bewundernde Blicke. Sie war zwanzig Jahre jünger als er und sah ihn so an, wie seine Frau ihn schon lange nicht mehr angesehen hatte.

In dieser Nacht waren sie zu sehr mit ihren Liebesangelegenheiten beschäftigt. Als der Ehemann endlich auf die Uhr sah, rutschte ihm das Herz in die Hose — es war fast vier Uhr morgens. Er sprang abrupt auf und begann sich hastig anzuziehen. — Vielleicht bleibst du noch? — dehnte die Geliebte und zog das Bettlaken träge zu sich heran. — Ich kann nicht. Zu Hause wartet meine Frau. — Aber du liebst sie doch ohnehin nicht mehr. Warum so eine Eile, nach Hause zu kommen? Der Ehemann hörte ihre Worte schon fast nicht mehr. In seinem Kopf schaltete sich die Angst ein. Er schnappte sich die Autoschlüssel und rannte fast nach draußen.

Er fuhr mit enormer Geschwindigkeit und umklammerte das Lenkrad. Auf dem Weg dachte sich der Ehemann unterwegs Ausreden aus. Probleme bei der Arbeit? Eine dringende Besprechung? Überarbeitet und die Zeit nicht bemerkt? Vielleicht ein Unfall auf der Autobahn? Im letzten Jahr, seit dem Auftauchen seiner Geliebten, hatte er gelernt, meisterhaft zu lügen — leicht, selbstbewusst, ohne ein Zittern in der Stimme. Als er am Haus ankam, begann der Himmel schon heller zu werden. Er betrat schnell das Treppenhaus und versuchte, keinen Lärm zu machen. Seine Jacke warf er auf einen Stuhl, die Schuhe zog er im Flur aus. In der Wohnung herrschte eine seltsame, bedrückende Stille.
Er wurde misstrauisch. Im Haus war etwas passiert. Die Tür zu ihrem Schlafzimmer stand einen Spalt breit offen. Seltsam — seine Frau schloss sie nachts immer. Langsam, fast ohne zu atmen, blickte er in das Zimmer… und erstarrte. Auf dem Bett seine Frau…. Fortsetzung im ersten Kommentar Das Bett war ordentlich gemacht. Keine zerknitterten Laken, kein Kissen mit ihrem Duft. Genau in der Mitte lag ein Zettel. Seine Hände zitterten, als er ihn in die Hand nahm. „Ich weiß alles schon seit langem. Ich habe es ertragen, weil ich dich geliebt habe. Aber ich bin müde. Ruf mich nicht an und suche mich nicht. Mein Anwalt wird sich mit dir in Verbindung setzen.“ Mehr nicht. Keine Tränen, keine Vorwürfe.

In Panik stürzte er zu dem im Schrank eingebauten Tresor. Er tippte den Code ein — seine Hände gehorchten ihm kaum. Die Tür öffnete sich. Der Tresor war leer. All seine Ersparnisse — mehr als eine Million — waren verschwunden. Dokumente, Bargeld, sogar die Ersatz-Bankkarten. Alles. Er ließ sich auf die Bettkante sinken, unfähig zu glauben, was geschah. In diesem Moment wurde ihm das Schrecklichste klar: Seine Frau war nicht einfach nur gegangen. Sie hatte alles geplant. Und zum ersten Mal seit vielen Jahren begriff er — diese Nacht bei der Geliebten war ihm viel zu teuer zu stehen gekommen.😐😐😐

