Ein gewöhnlicher Frühlingstag
Alles begann an einem gewöhnlichen Frühlingstag. Während die Sonnenstrahlen über die Straßen spielten, klopfte es an der Tür. Vor der Tür stand der Militärkommissar.
— Ihr Sohn ist nicht mehr da… Herzversagen. Er wurde mit militärischen Ehren in einer anderen Stadt beigesetzt…
Ihr kräftiger Sohn, gestorben an einer Herzkrankheit? Der Sohn hatte sich nie beschwert… Aber dann kamen die Dokumente. Darin stand eine andere Ursache: Lungenentzündung.

Der Schock über das falsche Geburtsdatum
Als die Freundin des Jungen vom Friedhof zurückkehrte, stand auf dem Grabstein ein falsches Geburtsdatum: 2000, während ihr Sohn 1999 geboren wurde.
Die Mutter glaubte dem Offizier nicht und beschloss, das frische Grab ihres Sohnes auszugraben. Als der Sarg geöffnet wurde, erstarrten die Anwesenden vor Entsetzen.
— Da steht 2000, aber er wurde 1999 geboren, flüsterte sie.

Nacht und geheime Grabung
Es war Nacht, ein alter Friedhof. Die Mutter saß auf einer Eisenbank und starrte auf die Erde:
— Wir haben ihn!, rief einer der Arbeiter beim Ausgraben.
Der Sarg kam aus der Erde. Leicht. Ungewöhnlich leicht.
— Er wog fast 90 Kilo…, flüsterte die Mutter.
Sie hoben den Deckel. DER SARG WAR LEER.
Schreie, Stille, und die Mutter stand da, ohne Tränen:
— Ich wusste es… ich wusste, dass er lebt, flüsterte sie.
Ein Albtraum von Monaten
Die folgenden Monate waren ein Albtraum. Kontrollen, Beschwerden, Drohungen von den Offizieren. Immer wieder sagten sie:
„Ein Fehler“, „Ein Fall“, „Ein technisches Problem“…
In Wirklichkeit wollten die Militärs keine Komplikationen. Da der Körper nicht gefunden wurde und die Kameraden gesehen hatten, dass er verletzt war, trugen sie in die Dokumente die erste Diagnose ein, die ihnen begegnete, und begruben einen leeren Sarg.
Sie glaubten, der Soldat sei tot.
Aber die Mutter wartete. Sie glaubte, dass ihr Sohn lebt.
Endlich, der Anruf
Nach fast sechs Monaten klingelte nachts das Telefon:
— Mama… ich bin’s.
— Sohn!
— Ich war lange gefangen… aber ich lebe. Ich komme nach Hause.
Sie drückte das Telefon wie ein kleines Kind an sich und weinte zum ersten Mal seit langer Zeit, befreit von Verzweiflung und Angst.

