Mein Mann und ich saßen in unserem kleinen Lieblingscafé, einer ruhigen Ecke der Stadt, in der wir jeden Monat versuchen, ein neues Lokal zu entdecken. In diesem Moment fiel unser Blick auf einen jungen Mann am Nebentisch. Er wirkte sichtlich angespannt und schaute ständig auf seine Uhr. Vor ihm stand ein großer Strauß leuchtend roter Rosen. Sein Blick war zugleich voller Hoffnung und Verzweiflung. Er wartete auf jemanden… wahrscheinlich auf seine Geliebte.

Ich sah zu meinem Mann und flüsterte leise:
—Armer Junge, wahrscheinlich ist seine Freundin zu spät…
Mein Mann seufzte nur und nach einer Minute brach er entschlossen das Schweigen:
—Ich spreche mit ihm. Vielleicht geht es ihm danach ein wenig besser.
Sie begannen zu reden, und ich beobachtete einfach. Der Junge schwieg zunächst, murmelte dann etwas, und mein Mann hörte aufmerksam zu. Plötzlich sah ich, wie sich Tränen in den Augen meines Mannes sammelten. Er kam zu mir, versuchte seine Gefühle zu beherrschen, und flüsterte kaum hörbar:
—Lass uns gehen… ich kann ihn nicht länger ansehen…
—Was ist passiert? Warum weinst du? — fragte ich verwirrt.

Mein Mann, die Augen voller Trauer, erzählte mir, was er gerade von dem jungen Mann erfahren hatte. Mein Herz brach.
—Seine Verlobte ist bei einem Autounfall gestorben, als sie sich beeilte, ihn zu treffen. Seit diesem Tag kommt er hierher, setzt sich an denselben Tisch und wartet… als würde sie doch noch kommen.
—Das Schlimmste ist, dass er sich selbst die Schuld gibt. Er sagt: Ich habe sie gedrängt, ich war wütend, dass sie immer zu spät kommt, also ist sie zu schnell gefahren, um schnell bei mir zu sein. Aber wer hätte gedacht, dass so etwas passieren würde…
Ich saß da, das Herz schwer vor Mitgefühl für seinen Schmerz. Das Lachen und die Wärme des Cafés schienen verschwunden, und vor meinen Augen war nur er — mit den Rosen und dem tiefen Kummer, der ihn nie verlässt.
An diesem Tag verstand ich etwas Einfaches, aber Tiefgründiges: Wir beklagen uns oft über Kleinigkeiten im Leben und vergessen, jeden Moment mit unseren Liebsten zu schätzen. Und er… er wartet einfach weiter.

