Wenn man älter wird, beginnt man, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Man erkennt, dass das Leben wie ein Moment in einem Film vergangen ist – eine Szene auf der Leinwand – im Bruchteil einer Sekunde.
Plötzlich wird einem bewusst, dass man das Leben nicht so gelebt hat, wie man es eigentlich wollte. Als ich jung war, tat ich Dinge, die mich überhaupt nicht interessierten. Ich beschloss, mich von diesen Ketten zu befreien, damit ich im Alter wenigstens für mich selbst leben kann – so, wie ich es will. Ich bin 78 Jahre alt. Gott sei Dank ist meine Gesundheit gut. Ich schäme mich nicht dafür, dass ich für mich selbst leben will. Ich habe mein ganzes Leben meinem Mann und meinen Kindern gewidmet, also habe ich jetzt das Recht, glücklich zu sein. Aus irgendeinem Grund begannen die Leute, mich zu kritisieren und zu beschuldigen, aber ich kümmere mich nicht um all diese Vorwürfe und Anklagen.

Ich möchte den Kontakt zu meinen Kindern abbrechen und sie wegen ihrer Wohnungen verklagen. Bist du überrascht? Vielleicht fragst du dich, warum ich so unerbittlich bin. Sie haben meine Existenz vergessen, sie haben mich einfach abgeschrieben. Sie wohnen in meiner Wohnung und lassen mich im Stich. Ich bin überflüssig geworden. Sie sagen ihren Kindern offen, dass ich nicht mehr viel Zeit habe, dass ich bald Abschied vom Leben nehmen werde. Ehrlich gesagt habe ich das nicht von ihnen erwartet. Ich habe sie aus meiner Wohnung geworfen und die Schlösser ausgetauscht. Stell dir vor – meine Kinder haben beim Gericht einen Antrag gestellt, mich für unzurechnungsfähig erklären zu lassen.
Sie wollen meine Wohnung loswerden, um all ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie wollen mich obdachlos machen und mich in ein Pflegeheim abschieben. Sie werden alles bekommen, wenn ich nicht mehr da bin, aber solange ich lebe, werde ich in meiner Wohnung wohnen. Ich will mich frei und glücklich fühlen. Ich will niemandem zur Last fallen, aber ich lasse mich auch nicht wie ein altes Stück Müll behandeln. Ich schulde niemandem etwas. Meine Freunde sind erstaunt, einige nennen mich egoistisch. Ihrer Meinung nach sollte man im Alter nicht an sich selbst denken, sondern an die Kinder, Enkel und Urenkel.
Wer hat diese Regel eigentlich erfunden? Ich will für mich selbst leben und einen glücklichen Lebensabend haben. Sie wollen meine Wohnung loswerden, um ihre Bedürfnisse zu decken. Sie wollen mich obdachlos machen und mich in ein Pflegeheim abschieben. Sie werden alles bekommen, wenn ich nicht mehr da bin – aber jetzt, solange ich lebe, werde ich in meiner Wohnung bleiben.

Ich will mich frei und glücklich fühlen. Ich will niemandem zur Last fallen, aber ich lasse mich auch nicht wie Abfall behandeln. Ich schulde niemandem etwas. Meine Freunde sind erstaunt, einige nennen mich egoistisch. Sie sagen, dass man im Alter nicht an sich selbst denken soll, sondern an Kinder, Enkel und Urenkel. Wer hat das entschieden? Ich will für mich leben und einen glücklichen Lebensabend verbringen.

